Max Ziegert

 

Max Ziegert (1904 - 1981) gehört, wie auch der mit Johannes Niemeyer befreundete Hans Stübner, zu den bildenden Künstlern im Berlin der Vor- und Zwischenkriegszeit des vorigen Jahrhunderts, die ihre Wurzeln im "Osten" hatten, in diesem Falle in Schlesien. Und auch das Werk dieses Malers, der in den dreißiger und fünfziger Jahren in seiner Malerei und vor allem in seiner Grafik seinen eigenen Weg zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion suchte und dabei in der figurativen Darstellung Einflüsse von Oskar Schlemmer verarbeitete, ist in der Galerie Wannsee noch zu entdecken.

Für Berliner und insbesondere Zehlendorfer ist die Entdeckungsreise in das Werk dieses Malers darum von besonderem Reiz, weil er dem heutigen Betrachter bekannte Berliner Plätze und Ansichten (Zehlendorf Mitte, Charlottenburger Park, Kirche Peter und Paul an der Havel) in einer rigoros vereinfachenden, kargen Formensprache der fünfziger Jahre vorführt. Der Grafiker Ziegert scheut sich nicht, vorgefundenene alltägliche Formenvielfalt bis an einen eigenartigen Punkt der Erstarrung zu führen - auf der Suche nach einer neuen, dem Betrachter ungewohnten, überraschenden Ordnung. Auch Personen und Passanten werden, reduziert auf typische Haltungen (Straßenbauarbeiter, Cafehausgäste, Demonstranten, Zuschauer), auf diese Weise Teil kompositorischer Inszenierungen, in denen sie der Maler sodann in ihrer jeweils typischen Position verharren läßt. In solchen Momenten gelingt es Ziegert, in seinen Blättern einen unaufgelösten  Rest von hintergründiger Rätselhaftigkeit festzuhalten - ein Ziel aller Malerei.

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